RODEO QUEEN bedrohen die Welt!

Im Frühjahr 2000 schlossen sich vier junge Musiker aus Jena zusammen, um der bis dahin blühenden Musiklandschaft den Kampf anzusagen. Anstifter war ein gewisser Joachim Känel, der bereits in seiner Jugend mit nervigsten Gitarrensoli seine Mitmenschen zu quälen verstand und durch Teufelsmusik der Marke Motörhead oder Turbonegro negativ geprägt wurde. Seinen negativen Einfluss übte der Schwererziehbare vor allem auf den bis dato unschuldigen Bassisten Stephan Hünniger aus, der durch den Kontakt zu dem Gitarristen eine unglaubliche Verrohung durchlief. Auch er begann, unter dem Vorwand in einer Band zu spielen, Proberaumvermietern mit sogenanntem Rock ’n’ Roll das Leben zur Hölle zu machen, indem er immer wieder rücksichtslos zum Bass griff und das öffentlich verordnete Lautstärkegesetz immer wieder durch unzumutbare Lautstärkepegel übertrat. Außerdem begann er zu rauchen! Zusammen mit dem stadtbekannten Rowdy Jörg Rebelein und dem ehemaligen Internatsinsassen Christian Walter gründete man im Frühjahr 2000 die Band RODEO QUEEN, nachdem alle vier Bandmitglieder ihre Seelen dem Teufel verschrieben hatten, um Rock ’n’ Roll-Stars zu werden. Schon der Name, den die Band für ihre terroristischen Lärmaktivitäten wählte, zeugt von der schonungslosen Freizügigkeit der Band, die jede Scham und jedes sexuelle Selbstwertgefühl vermissen lassen.  

Im Spätherbst veröffentlichte die Chaotentruppe ihre erste CD, die jedoch kaum als kultivierter Tonträger im herkömmlichen Sinne bezeichnet werden kann und stattdessen mit einer Geräusch-Mischung, ähnlich der Unmusik artverwandter  Szenegrößen wie Motörhead und Kyuss aufwartet, die mitunter auch als sogenannter Stonerrock bezeichnet wird. Der Besitzer des Tonstudios (welches nach Aussagen der Band offiziell gemietet worden war) wurde offenbar von den „Musikern“ gezwungen, bei der Produktion der Aufnahmen Schmiere zu stehen. Unvorstellbar und schockierend zugleich, dass diese erschreckende Tondokumentation musikalischer Barbarei bis heute über 400 Hörer gefunden hat und sich in unserer kultur- und vernunftbegabten Welt immer noch Menschen finden, die sich tonnenschweren Riffs gepaart mit  unverständlichen Gesangsarten mit Freude hinzugeben scheinen. Außerdem enthält die von Rodeo Queen veröffentlichte EP natürlich eine für dieses Genre typische versteckte satanische Botschaft, die sich dem aufmerksamen Hörer erst beim Rückwärtsabspielen des Tonträgers erschließt. Seit der Veröffentlichung des unbetitelten Debüts  konnte die Band ihren Bekanntheitsgrad auf den gesamten Osten Deutschlands, sowie auf die westlichen Gebiete Polens ausdehnen, in dem sie Live-Konzerte gab, die vor allem durch wilde und schweißtreibende Aktivitäten auf der Bühne und im Publikum charakterisiert werden können. Mitunter gab es wilde Alkoholexzesse bei dem hauptsächlich aus Teenagern bestehendem Publikum und Ohnmachtsanfälle und verstörtes Kopfschütteln bei der alten vernünftigen Generation. Unvorstellbar und beängstigend zugleich, dass die Band im ersten Jahr ihrer Existenz in den genannten Gebieten immer gefragter wurde und in diesem Zeitraum weit über 60 Auftritte, unter anderen mit Payola, Hammerhead oder Dee Dee Ramone bestritt, wobei vor allem letztgenannter unverständlicher Weise sein Wohlgefallen an der Band zum Ausdruck brachte.

Für die Zukunft droht die Band mit der Veröffentlichung eines weiteren Tonträgers mit neuem Liedgut und typischem "Yeah Yeah"- Gesang, sowie mit der Fortsetzung ihrer grauenerregenden Liveaktivitäten, die unsere Jugend nicht nur in ihrem Aussehen durch zerlöcherte Kleidung und langer zum Teil sogar durch Schmutz verfilzter Haare verwildern lassen, sondern auch ihren Bezug zu wohlsituierter und vernünftiger Musik vehement stören, wenn nicht sogar verkümmern lassen werden. Wollen wir das wirklich zulassen?

JA!!!! (Verdammt noch mal!)